Vergissmeinnicht

Ein Blumenkopf wird abgeknickt

und jemand in den Krieg geschickt,

Verwelkte Blüten blättern ab

und fallen auf ein leeres Grab.

Von Rost verdorrte Lebensreste

tauen auf im alten Westen,

der Krieg erreicht die Eingangstür,

wir kämpfen weiter, doch wofür?

Vergiss mein nicht,

so wie ich dein Gesicht

eines das täglich

im Spiegel zerbricht.

Denkst du noch an alte Zeiten,

erinnerst dich an leere Weiten

staubbedeckter Seelenräume

voll von Licht und Platz zum träumen?

Es war einmal, es ist vorbei,

und irgendwie sind wir doch frei,

weil jede Stimme mal verstummt

und die Zukunft nicht mehr kommt.

Vergiss mein Gesicht

und erinner’ dich nicht

an jenen der täglich

auf’s Neue zerbricht.

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